Ein Wiener Innenraumgestalter wurde nach der Geburt seiner Tochter von seinem alten Arbeitgeber ausgebremst – und bekam am Ende 53.600 Euro, weil die Arbeiterkammer für ihn kämpfte.

Paul R. arbeitete über zehn Jahre in einem Wiener Möbelhaus. Er plante Räume und beriet Kundinnen und Kunden. Sein Chef fand ihn so gut, dass er ihn sogar als Nachfolger für das Geschäft aufbaute. 2022 erfuhr Paul R., dass er Vater wird – und erzählte es seinem Chef. Danach wurde die Stimmung im Job plötzlich kühl.

Nach der Geburt seiner Tochter blieb Paul R. neun Monate in Karenz. Karenz bedeutet: bezahlte Pause vom Job, um sich um das Baby zu kümmern. Danach wollte er mit 30 Stunden pro Woche zurück – das ist Elternteilzeit, also Teilzeit für Eltern. Sein Chef sagte nein. Die Begründung: Den Job könne man nur in Vollzeit machen, entweder "ganz oder gar nicht". Stimmt aber gar nicht: Die Person, die Paul R. in der Karenz vertrat, arbeitete selbst in Teilzeit.