In Österreich dürfen Familien von Asylberechtigten weiterhin kaum nachkommen, weil die Regierung die geplanten Quoten erst in den nächsten Monaten verhandelt.
Was ist passiert? In Österreich sollte ab Mitte des Jahres eigentlich eine bestimmte Anzahl an Familienangehörigen von Asylberechtigten einreisen dürfen – das nennt man Kontingentierung. Doch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat bei einer Pressekonferenz am Freitag gesagt, dass diese Quoten erst in den kommenden Monaten mit den Bundesländern ausverhandelt werden. Bis dahin können Familienangehörige weiterhin nur in sogenannten Härtefällen nach Österreich kommen, also wenn es eine sehr schwierige Situation gibt. Heuer waren das nicht einmal 50 Personen.
Wer hilft? Innenminister Karner hat außerdem das Inkrafttreten des EU-Asylpakts begrüßt. Dieser bringt nach seinen Worten Vorteile wie dichtere EU-Außengrenzen, beschleunigte Verfahren für Menschen mit geringen Asylchancen und einen neuen Screeningprozess. Auch Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) findet das Paket "für Österreich sehr hilfreich" und sagt: Migration brauche Ordnung und Menschlichkeit. Die Bundesländer verhandeln nun mit dem Innenministerium über die Quoten, also darüber, wie viele Familien nachziehen dürfen.
