Die österreichische Regierung hat entschieden, die Kontrollen an vier Grenzen zu Nachbarländern um drei weitere Monate zu verlängern.
Stell dir vor, du fährst mit dem Zug von Wien nach Prag. Normalerweise kontrolliert niemand, wo genau die Grenze ist. In Österreich ist das seit Jahren anders: Es gibt Kontrollen im Grenzgebiet, also nicht nur an einem festen Punkt, sondern überall in der Nähe der Grenze. Die Regierung hat jetzt gesagt: Diese Kontrollen bleiben drei Monate länger bestehen. Betroffen sind die Grenzen zu Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien.
Innenminister Gerhard Karner von der ÖVP findet das richtig. Er sagt, die Kontrollen sollen vor allem Schleuser und Kriminelle erwischen. Pendler, also Menschen, die täglich zum Arbeiten über die Grenze fahren, sollen dabei nicht gestört werden. Die Polizei arbeitet dazu flexibel im Grenzgebiet und nicht nur an festen Stationen.
Die EU-Kommission in Brüssel sieht das etwas anders. Sie hat Österreich und anderen Ländern empfohlen, die Kontrollen an den Binnengrenzen schrittweise wieder abzuschaffen. Gleichzeitig wurde gerade das neue europäische Asylsystem, der sogenannte Asylpakt, in Kraft gesetzt. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner sagt, die EU baut die modernsten Grenzsysteme der Welt auf. Deshalb könnten die Mitgliedsstaaten langsam zu einem normalen Schengen-Raum zurückkehren.