Wirtschaftsforscher sagen: Österreichs Defizit bleibt bis 2028 über der wichtigen 3-Prozent-Grenze der EU.

Stell dir vor, du gibst mehr Geld aus, als du einnimmst – so ähnlich ist das bei einem Staat mit seinen Schulden. Das Institut für Höhere Studien (IHS) schaut sich regelmäßig an, wie sich Österreichs Finanzen entwickeln. Ihre neueste Prognose zeigt: Das Defizit – also der Unterschied zwischen Ausgaben und Einnahmen – sinkt nur langsam. Es liegt dieses Jahr noch bei über 4 Prozent der Wirtschaftsleistung, 2027 bei 3,7 Prozent und 2028 bei 3,6 Prozent.

Die EU hat eine Regel: Das Defizit eines Landes darf höchstens 3 Prozent betragen. Diese 3-Prozent-Grenze nennt man Maastricht-Ziel. Österreich schafft das laut IHS nicht bis 2028, deshalb läuft hier auch ein EU-Defizitverfahren. Das bedeutet: Die EU schaut genauer hin und erwartet, dass Österreich spart oder mehr einnimmt.

Die Wirtschaft selbst wächst laut IHS nur schwach: heuer um 0,8 Prozent, später um rund 1 Prozent pro Jahr. Die Preise steigen im Schnitt um 2,3 Prozent pro Jahr. Die Regierung von Bundeskanzler Stocker will eigentlich mit ihrer „2-1-0“-Formel 2 Prozent Inflation und 1 Prozent Wachstum erreichen.