Eine neue Studie zeigt: Die österreichische Industrie für Papier und Verpackungen verliert in vielen Ländern Marktanteile – vor allem an Polen.

Kennst du die Firma, die Schachteln, Kartons oder Papierverpackungen herstellt? In Österreich sind das rund 83 Betriebe, die im Verband Propak zusammengeschlossen sind. Sie verkaufen etwa 80 Prozent ihrer Produkte ins Ausland. Im Jahr 2025 lief es für sie nicht so gut: Der Produktionswert sank um 3 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Auch beim Export gab es ein kleines Minus von 0,4 Prozent.

Besonders deutlich wurde das Problem in den vergangenen Jahren. Zwischen 2017 und 2024 hat die Branche in zwölf von fünfzehn wichtigen Absatzmärkten Marktanteile verloren. Das bedeutet: In anderen Ländern kaufen Kundinnen und Kunden jetzt mehr Papierprodukte aus Polen, China, Italien oder Spanien statt aus Österreich.

Warum ist Polen so stark? Laut der Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria hat Polen niedrigere Lohnstückkosten, gut ausgebildete Arbeitskräfte und investiert viel in moderne Maschinen. Die Produktivität – also, wie viel jede Arbeitsstunde hergibt – ist in Polen zwischen 2017 und 2024 um 25 Prozent gestiegen, in Österreich aber nur um etwa 4 Prozent. Dazu kommt: Die Lohnstückkosten sind in Österreich seit 2017 um rund 37 Prozent gewachsen, im Euroraum nur um 27 Prozent.