Der Mobilfunkanbieter O2 Telefónica plant, mehr als 1000 Stellen in Deutschland abzubauen - das wäre etwa jeder sechste Job.
O2 Telefónica gehört zum spanischen Telefónica-Konzern und ist hierzulande einer der großen Mobilfunkanbieter. Nach Informationen aus Kreisen, die das Unternehmen gut kennen, sollen von den zuletzt 6820 Stellen in Deutschland mehr als 1000 wegfallen. Der Abbau soll noch in diesem Jahr passieren.
Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das scharf. Ihr Vertreter Christoph Heil, der im Aufsichtsrat von Telefónica Deutschland sitzt, sagt: „Das ist ein Wahnsinnstempo.“ Er meint, dass alles viel zu schnell gehe und die Mitarbeiter nicht wüssten, was mit ihnen passiert.
Heil kritisiert vor allem, dass es keinen klaren Plan gibt. „Es soll alles auf den Kopf gestellt werden - aber was genau das für die Beschäftigten heißt, ist völlig unklar“, sagt er. Es fehle ein Zielbild, also eine Vorstellung davon, wie O2 in Zukunft aussehen soll.
Verdi hat Angst, dass es nur darum geht, Kosten zu sparen, ohne dass sich das Unternehmen in Deutschland wirklich gut weiterentwickelt. „Wir fürchten, dass es um ein reines Sparprogramm geht, das vom spanischen Mutterkonzern angeordnet ist - ohne dass es einen genauen Plan gibt, wie sich das Unternehmen in Deutschland positiv weiterentwickeln kann“, sagt Heil.
Warum steht O2 unter Druck? Ein wichtiger Grund: Der Konkurrent 1&1 hat jahrelang das O2-Netz mitbenutzt und dafür bezahlt. 2024 ist 1&1 aber überraschend zu Vodafone gewechselt. Bis Ende 2025 sind rund 12 Millionen Mobilfunkkunden von O2 zu Vodafone umgezogen. Weniger Kunden bedeutet weniger Geld.
