Ein bekanntes deutsches Magazin hat alte Karteikarten der NSDAP durchsucht und zeigt, dass in den Anfangsjahren der FPÖ besonders viele frühere NSDAP-Mitglieder in Führungspositionen saßen.
Was ist passiert? Das Nachrichtenmagazin „Spiegel" hat die Mitgliederkartei der NSDAP ausgewertet, die das US-Nationalarchiv veröffentlicht hat. Das Ergebnis: In der Führung der FPÖ der 1950er-Jahre saßen deutlich mehr ehemalige NSDAP-Mitglieder als bisher angenommen. Alle vier Mitglieder des Proponentenkomitees, das die Partei provisorisch leitete, tauchen demnach in der Kartei auf. Auch das Team, das nach dem ersten Parteitag 1956 übernahm, war demnach komplett aus früheren NSDAP-Mitgliedern besetzt. Selbst ein Wechsel 1958 brachte nur ein weiteres früheres NSDAP-Mitglied in die Führung.
Wer hilft? In diesem Fall sind es vor allem Journalistinnen und Journalisten sowie Historikerinnen und Historiker, die Licht in die Geschichte bringen. Sie vergleichen alte Dokumente, werten Karteien aus und schauen genau hin, welche Rolle frühere NSDAP-Mitglieder in der Nachkriegspolitik spielten. Auch politische Gegner der FPÖ wie die SPÖ nutzen die neuen Erkenntnisse, um eine ehrliche Aufarbeitung der Parteigeschichte zu fordern. So erklärte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim, die FPÖ kappe ihre Verbindungen zum Rechtsextremismus bis heute nicht.
