Die als Neonazi bekannte Person Marla Svenja Liebich ist nach ihrer Auslieferung aus Tschechien in ein Männergefängnis in Sachsen gebracht worden, wie das sächsische Justizministerium mitteilte.

Was ist passiert? Marla Svenja Liebich wurde 2023 vom Amtsgericht Halle unter anderem wegen Volksverhetzung zu einer Strafe von anderthalb Jahren verurteilt. Statt die Strafe anzutreten, floh die Person ins Ausland und wurde im April 2026 in Tschechien festgenommen. Nach der Auslieferung nach Deutschland brachte man Liebich zunächst in das Frauengefängnis Chemnitz. Weil sich Liebich zwischen Verurteilung und Haftantritt offiziell als Frau hatte eintragen lassen, war Chemnitz die zuständige Anstalt. Die Leitung dieser Anstalt entschied jedoch noch am gleichen Tag, dass Liebich in die Justizvollzugsanstalt Zeithain im Landkreis Meißen verlegt wird, also in ein Männergefängnis. Begründet wurde die Entscheidung unter anderem mit der Sicherheit der dort untergebrachten Frauen.

Wer hilft oder entscheidet? Die Verantwortung lag bei der Leitung des Frauengefängnisses Chemnitz. Diese traf die Entscheidung nach einem Gespräch mit Liebich und einer Prüfung. Das sächsische Justizministerium unter Justizministerin Constanze Geiert (CDU) informierte die Öffentlichkeit und begrüßte das schnelle Handeln. Geiert sagte: „Gut, dass die JVA schnell Klarheit geschaffen und sich nicht auf Inszenierungen eingelassen hat". Zusätzlich prüft das Amtsgericht Halle noch, ob die Änderung der Geschlechtsangabe rechtlich rückgängig gemacht werden kann.