In Deutschland wird gerade viel über ein schwieriges Thema diskutiert: Dürfen Frauen für andere Menschen Kinder bekommen – und wenn ja, unter welchen Bedingungen?
Was ist passiert? Der CDU-Politiker Jens Spahn ist am Samstag als Chef der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag zurückgetreten. Grund war Streit um eine persönliche Entscheidung: Spahn und sein Mann haben einen Sohn bekommen, weil eine Frau in den USA das Kind für sie ausgetragen hat. Das nennt man Leihmutterschaft. In Deutschland ist das eigentlich verboten. Der Fall hat eine große Debatte ausgelöst, die über Spahns Person hinausgeht: Soll das Verbot gelockert werden, damit Paare mit Kinderwunsch eine Chance haben? Oder bleibt es, weil Leihmutterschaft die Frau, die das Kind austrägt, stark belasten kann?
Wer hilft weiter? Die Bundesregierung hat schon vor zwei Jahren eine Kommission eingesetzt, die das Thema geprüft hat. Diese Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin hat im April 2024 ihren Bericht vorgestellt. Sie schlägt vor, dass Leihmutterschaft in sehr engen Fällen erlaubt sein könnte – etwa wenn die austragende Frau eine enge Vertraute ist und ihr Schutz gesichert wird. Politikerinnen wie Britta Haßelmann von den Grünen sagen, der Bundestag müsse jetzt neu über die Vorschläge reden. Bildungspolitikerin Karin Prien von der CDU findet, die Gesellschaft solle sich erst beruhigen, bevor Gesetze geändert werden.
