Nach dem Rücktritt von Jens Spahn wollen CDU und CSU am 29. Juli eine neue Spitze für ihre Bundestagsfraktion wählen.

Was ist passiert? Jens Spahn war Chef der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, also der größten Gruppe im deutschen Parlament. Er ist am vergangenen Samstag zurückgetreten. Grund dafür: Spahn und sein Mann Daniel Funke haben in den USA ein Kind bekommen, das eine Leihmutter ausgetragen hat. In Deutschland ist das verboten, auch Spahn hatte sich früher selbst gegen Leihmutterschaft ausgesprochen. Daraufhin gab es viel Kritik – auch aus seiner eigenen Partei. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte ihn zum Rücktritt auf. Jetzt muss eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gefunden werden. Dafür kommen die 208 Abgeordneten am Mittwoch, dem 29. Juli, um 14 Uhr zu einer Sondersitzung nach Berlin – obwohl gerade Sommerpause ist.

Wer kümmert sich darum? CDU-Chef Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder suchen gemeinsam nach einem passenden Personalvorschlag. Solange die Fraktion keinen neuen Chef hat, übernimmt Alexander Hoffmann von der CSU die Aufgaben übergangsweise. Als aussichtsreichster Kandidat gilt derzeit Thorsten Frei, der aktuelle Chef des Bundeskanzleramts. Im Gespräch sind außerdem CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, der Vize-Fraktionsvorsitzende Günter Krings, Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Gesundheitsministerin Nina Warken. Warken ist die einzige Frau in diesem Kreis.