Beim Gipfel in Tivat haben sich Montenegro und die EU nähergekommen, während andere Balkan-Länder noch warten müssen.
Was ist passiert? Beim EU-Westbalkan-Gipfel in Tivat in Montenegro haben Politikerinnen und Politiker aus der EU mit den sechs Balkan-Ländern gesprochen, die gerne beitreten wollen. Montenegro hat besonders viele Reformen umgesetzt, zum Beispiel bei der Justiz und der Korruptionsbekämpfung. Deshalb sagen Expertinnen und Experten: Montenegro könnte schon 2028 das 28. Mitglied der EU werden. Zum Vergleich: Seit 2013 ist kein neues Land mehr beigetreten. Kanzler Merz sagte klar: "Die EU muss zeigen, dass sie erweiterungsfähig und erweiterungswillig ist".
Wer hilft mit? Deutschland und Frankreich haben ein gemeinsames Konzept vorgeschlagen. Sie wollen, dass Beitrittskandidaten schrittweise in die EU hineinwachsen. Das bedeutet zum Beispiel: Zugang zum EU-Binnenmarkt, Teilnahme an Austauschprogrammen wie Erasmus und die Möglichkeit, bei EU-Treffen zuzuhören, auch wenn man noch nicht mitstimmen darf. Montenegro sieht sich als Vorbild für die anderen Länder der Region, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Albanien und Serbien. Diese Länder sind noch nicht so weit und müssen sich gedulden. Nordmazedonien wartet sogar schon seit 2005 auf den Beitritt.
