Das österreichische Biotech-Unternehmen Marinomed Biotech AG aus Korneuburg hat am 22. Juli 2026 ein gerichtliches Sanierungsverfahren beantragt – zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren.
Was ist passiert? Das Biotech-Unternehmen Marinomed Biotech AG mit Sitz in Korneuburg in Niederösterreich hat am 22. Juli 2026 beim Landesgericht Korneuburg ein gerichtliches Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das bedeutet, dass ein gerichtlich bestellter Verwalter die Sanierung übernimmt. Betroffen sind 30 Mitarbeiter und 87 Gläubiger – also Menschen oder Firmen, denen Marinomed Geld schuldet – mit Forderungen von insgesamt 22,68 Millionen Euro. Bereits 2024 hatte das Unternehmen ein Insolvenzverfahren durchgemacht, das mit einem Sanierungsplan über 30 Prozent Quote abgeschlossen wurde.
Wer hilft? Die Gläubigerschützer AKV (Alpenländischer Kreditorenverband) und KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870) begleiten das Verfahren und informieren die Gläubiger. Das Management von Marinomed arbeitet daran, den Betrieb weiterzuführen und einen neuen Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent vorzuschlagen. Außerdem wird ein Nachfolgemandat für das Market Making – also einen Partner, der den Handel mit der Aktie am Laufen hält – gesucht, damit die Aktie wieder normal gehandelt werden kann.
