Das österreichische Biotech-Unternehmen Marinomed will ein neues Sanierungsverfahren beantragen, weil ein wichtiger Geschäftspartner Zahlungen nicht leistet.

Was ist passiert? Marinomed Biotech aus Korneuburg bei Wien hat am 16. Juli 2026 mitgeteilt, dass es ein gerichtliches Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen will. Das bedeutet, dass das Unternehmen akut von Zahlungsunfähigkeit bedroht ist. Grund ist ein gescheiterter Sanierungsplan aus dem Jahr 2024: Marinomed hatte seine Carragelose-Sparte an die Firma Unither Pharmaceuticals verkauft, doch nun hat Unither die Verhandlungen abgebrochen und vereinbarte Zusatzzahlungen, sogenannte Earnouts, nicht überwiesen. Ohne dieses Geld kann Marinomed den bestehenden Sanierungsplan nicht mehr erfüllen.

Wer hilft? Marinomed selbst setzt auf mehrere Hebel: Das Unternehmen will rechtliche Schritte gegen Unither Pharmaceuticals einleiten, um ausstehende Zahlungen aus dem Carragelose-Verkauf einzutreiben. Gleichzeitig sollen die Werte der eigenen Marinosolv-Plattform im neuen Verfahren genutzt werden, um die finanzielle Stabilität zu sichern. Ein gerichtlich bestellter Sanierungsverwalter wird den Prozess begleiten und gemeinsam mit dem Management einen neuen Sanierungsplan erarbeiten.