Ein Gericht hat den Chef der türkischen Oppositionspartei CHP abgesetzt und den alten Chef wieder eingesetzt – jetzt streiten beide Lager erbittert um die Zukunft der Partei.
Stell dir vor, in deiner Schülervertretung wird die gewählte Sprecherin plötzlich von einem Gericht abgesetzt und die alte Sprecherin übernimmt wieder das Amt. Genau das ist gerade in der Türkei passiert – nur geht es hier um die größte Oppositionspartei des Landes, die CHP. Ein Gericht in Ankara hat entschieden, dass bei der Wahl von Özgür Özel zum Parteichef vor drei Jahren geschummelt wurde. Deshalb muss jetzt der frühere Chef Kemal Kilicdaroglu übergangsweise wieder ran.
Doch es gibt Menschen, die helfen wollen, die Krise friedlich zu lösen. Özgür Özel hat einen außerordentlichen Parteitag gefordert – das ist wie eine Neuwahl innerhalb der Partei, bei der alle Mitglieder abstimmen können. Auch Kilicdaroglu sagt, er wolle einen sauberen und transparenten Kongress organisieren. Beide Seiten haben also einen demokratischen Weg vor sich, auch wenn die Stimmung gerade sehr aufgeheizt ist.
