Mehrere Krankenkassen und Ärzte-Vereinigungen in Deutschland haben zusammen mindestens 170 Millionen Euro verloren, weil sie in riskante Immobilienfonds investiert haben.

Was ist passiert? Verschiedene gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KV) haben Geld von Versicherten in sogenannte Verius-Immobilienfonds gesteckt. Diese Fonds haben über komplizierte Wege in riskante Immobiliendeals investiert und sind dann in Schieflage geraten. Laut Klageschrift sind 96,3 Prozent der investierten Anlagegelder verloren. Insgesamt geht es um mindestens 170 Millionen Euro, möglicherweise sogar um mehr als 500 Millionen Euro. Das Geld, das eigentlich für die Gesundheitsversorgung gedacht war, fehlt nun an anderer Stelle.

Wer hilft jetzt? Mehrere betroffene Kassen und KVen klagen vor dem Landgericht Frankfurt gegen die beteiligten Banken und Finanzfirmen. Sie sagen, sie seien vorsätzlich getäuscht worden, weil ihnen in Telefonkonferenzen immer wieder ein sicheres, risikoarmes Investment versprochen worden sei. Die KV Westfalen-Lippe hat sich von dem Vorstand getrennt, der für die Investments zuständig war, und verklagt ihn auf Schadensersatz. Eine Verhandlung vor dem Landgericht Frankfurt ist für Dezember angesetzt. Auch Politikerinnen wie die Grünen-Abgeordnete Paula Piechotta fordern Aufklärung.