Im Kosovo finden am 7. Juni 2026 zum dritten Mal in 16 Monaten Parlamentswahlen statt, weil sich Regierung und Opposition seit Monaten blockieren.
Was ist passiert? Im Kosovo öffneten am Sonntag um 7:00 Uhr die Wahllokale, um 19:00 Uhr schließen sie wieder. Es ist die dritte Parlamentswahl innerhalb von rund 16 Monaten. Nötig wurde sie, weil sich die Parteien nicht auf ein neues Staatsoberhaupt einigen konnten. Präsidentin Vjosa Osmani hatte ihr Amt nach fünf Jahren abgegeben, seither fehlt ein neues Staatsoberhaupt. Die Opposition hatte die nötige Sitzung boykottiert, das Quorum von 80 der 120 Abgeordneten wurde nicht erreicht. Favorit ist die linksgerichtete Partei Vetëvendosje (Selbstbestimmung) von Premierminister Albin Kurti, die schon die letzten drei Wahlen gewonnen hat. Im Dezember bekam sie 51 Prozent der Stimmen.
Wer hilft? Beobachterinnen und Beobachter sowie die EU versuchen, die Lage zu entschärfen. Die Erweiterungskommissarin Marta Kos hat klare Worte gefunden: „Der Kosovo braucht dringend eine voll handlungsfähige Regierung, ein solides Parlament und einen ordnungsgemäß gewählten Präsidenten". Forschende wie Konrad Clewing vom Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung oder die Politikanalystin Donika Emini von der Universität Graz analysieren die Lage und sagen voraus, dass die Oppositionskandidatin Vjosa Osmani Kurti herausfordern könnte. Auch die Bürgerinnen und Bürger selbst können mit ihrer Stimme dazu beitragen, dass sich nach der Wahl eine stabile Regierung bildet.
