Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch ist nach 27 Jahren aus der SP ausgetreten und will sein Amt jetzt ohne Partei ausüben.

Stell dir vor, du bist 27 Jahre lang in einem Verein – und trittst dann aus. Genau das hat Daniel Jositsch gemacht, nur dass sein «Verein» die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) ist und er im Ständerat sitzt, einer der beiden Kammern des Schweizer Parlaments. Der Strafrechtsprofessor aus Zürich will sein Mandat jetzt als Parteil loser weiterführen. Das ist, so sagt es der Politologe Hans-Peter Schaub, «sehr ungewöhnlich».

Warum der Wechsel? Jositsch hat sich in den letzten Jahren oft gegen die Linie seiner Partei gestellt. Er fand zum Beispiel, die SP solle nur Frauen als Bundesrätin aufstellen, war «diskriminierend». Bei Wahlen in den Bundesrat bekam er aus seiner eigenen Fraktion nur vier von 48 Stimmen. Und die Zürcher SP nominierte ihn nicht mehr für den Ständerat. Also trat er aus.