Auf einem großen Parteitreffen in Berlin haben die Freien Demokraten am Samstag einen neuen Vorsitzenden gewählt – und es wurde überraschend knapp.

Stell dir vor, in deiner Schulklasse oder deinem Verein wird eine neue Leitung gesucht. Eigentlich gibt es nur einen Kandidaten. Doch kurz vor der Abstimmung stellt sich plötzlich eine zweite Person zur Wahl. Genau das ist bei der FDP passiert. Wolfgang Kubicki, ein erfahrener Politiker aus Schleswig-Holstein, galt als sicherer Kandidat. Dann trat Marie-Agnes Strack-Zimmermann, eine bekannte Europapolitikerin, überraschend gegen ihn an. Am Ende gewann Kubicki mit 390 zu 259 Stimmen.

Die FDP steckt in einer schwierigen Lage. Bei der letzten Bundestagswahl hat sie es nicht mehr ins Parlament geschafft, und auch in mehreren Bundesländern ist sie nicht mehr im Landtag vertreten. Kubicki hat sich selbst ein Jahr Zeit gegeben, um die Partei wieder auf Kurs zu bringen. Er will vor allem bei den Landtagswahlen im September in Ostdeutschland punkten. „Ich will versuchen, mit euch allen der Herausforderung gerecht zu werden“, sagte er nach seinem Sieg.