Ein bekannter Schweizer Politiker hat seine Partei nach vielen Jahren verlassen. Wir erklären dir, was passiert ist und warum das auch dich etwas angeht.
Was ist passiert? Daniel Jositsch, ein Ständerat aus dem Kanton Zürich, ist nach 27 Jahren aus der SP ausgetreten. Ein Ständerat sitzt in einer der beiden Kammern des Schweizer Parlaments, dem Nationalrat und dem Ständerat. Jositsch war 2015 in den Ständerat gewählt worden und ist Professor für Strafrecht an der Universität Zürich. Schon in der Vorwoche hatte die Zürcher SP ihm die erneute Nomination für den Ständerat verweigert. Daraufhin kündigte er seinen Austritt an und sagte: «Ich habe mich entschieden: Ich trete aus der SP aus.» Er will bei den Wahlen 2027 ohne Partei antreten.
In den letzten Jahren hatte Jositsch oft eine andere Meinung als die Mehrheit seiner Partei. Er setzte sich zum Beispiel für stärkere Befugnisse des Geheimdienstes ein, war gegen strengere Bankenregeln und fand, dass Unternehmen nicht zu hohe Steuern zahlen sollten. Auch in einem Streit um eine Resolution, die Israel kritisch beleuchtete, äusserte er sich deutlich: «Es bestätigt sich, was ich seit einiger Zeit beobachte: dass eine Mehrheit der Partei einseitig denkt.»
