Eine Umweltorganisation und eine Konsumentenschutz-Stelle haben Klebetattoos untersuchen lassen – und in fast allen Produkten bedenkliche Chemikalien gefunden.

Viele Kinder lieben Klebetattoos: Man befeuchtet sie, drückt sie auf die Haut – und schon hat man für ein paar Stunden oder sogar Tage ein buntes Motiv auf dem Arm oder im Gesicht. Genau das ist laut Greenpeace Österreich und der Arbeiterkammer Oberösterreich das Problem: Die Tattoos bleiben lange auf der Haut, und in fast allen stecken Chemikalien, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Von 15 getesteten Produkten haben die Prüfer 13 als nicht empfehlenswert eingestuft.

Gefunden wurden zum Beispiel Schwermetalle wie Blei und Nickel, Weichmacher und sogenannte PFAS – das sind Chemikalien, die in der Natur kaum abgebaut werden. In einigen Produkten steckten Stoffe, die in der EU eigentlich für Kosmetika oder Spielzeug verboten sind. In einem einzigen Tattoo fanden die Tester bis zu zwölf verschiedene problematische Stoffe gleichzeitig. Die Grenzwerte für Einzelstoffe wurden zwar eingehalten – aber die Expertinnen sehen trotzdem ein Risiko, weil viele Stoffe zusammen auf die Haut einwirken.

Madeleine Drescher von Greenpeace sagt dazu: "Es ist verantwortungslos, dass Hersteller und Händler hier die Gesundheit unserer Kleinsten aufs Spiel setzen und krebserregende Chemikalien in Produkten landen, die speziell für Kinder gemacht sind."

Verschiedene Stellen kümmern sich darum, dass so etwas nicht einfach so bleibt. Die Südtiroler Hautärztin Alexandra Vent fordert, dass das Vorsorgeprinzip gelten soll: Wenn ein Stoff nicht unbedingt nötig ist, sollte er gar nicht erst in Kinderprodukten verwendet werden. Greenpeace verlangt von der Regierung ein Verbot aller PFAS und strengere Regeln für Chemikalien, die sogenannten "Cocktail-Effekte" also die Wirkung vieler Stoffe zusammen, berücksichtigen. Das Gesundheitsministerium hat angekündigt, die Testergebnisse sorgfältig zu prüfen. Ulrike Königsberger-Ludwig, Staatssekretärin für Konsumentenschutz, betont: "Produkte, die direkt auf Kinderhaut kommen, müssen den höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechen."