Die Inflation in Deutschland ist im Juni überraschend auf 2,3 Prozent gefallen – trotzdem warnt Bundesbank-Chef Joachim Nagel davor, jetzt leichtsinnig zu werden.

Stell dir vor, du kaufst eine Woche lang jeden Tag dasselbe Eis – und plötzlich kostet es weniger. Genau so ähnlich war es im Juni in Deutschland: Die Preise sind insgesamt weniger stark gestiegen als erwartet. Die Inflationsrate, also der Wert, der zeigt, wie viel teurer alles geworden ist, fiel auf 2,3 Prozent. Das klingt erstmal gut.

Joachim Nagel, der Chef der Bundesbank, sieht das aber nicht als Grund zum Aufatmen. Er sagt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Die Inflation ist immer noch zu hoch.“ Die EZB hat ein Ziel von zwei Prozent – und solange die Inflation darüber liegt, müsse man wachsam bleiben.

Warum? Weil die Preise für Öl zuletzt stark gefallen sind. Ein Barrel Brent-Öl kostete vor Kurzem noch rund 120 Dollar, jetzt nur noch etwa 73 Dollar. Das drückt die Gesamtteuerung – aber Nagel warnt: Wenn die EZB jetzt nachlässt, könnten Preise und Löhne dauerhaft steigen, weil sich alle an die hohen Preise gewöhnen.