Die Europäische Zentralbank hat im Juni ihren Leitzins angehoben – und kündigt an, dass weitere Schritte folgen könnten, wenn die Inflation nicht sinkt.

Stell dir vor, du leihst dir Geld bei der Bank. Je höher der Zinssatz ist, desto mehr musst du zurückzahlen. Genau diesen Zinssatz – den „Leitzins“ – hat die Europäische Zentralbank (EZB) am 11. Juni erhöht: von 2,0 auf 2,25 Prozent. Das war die erste Erhöhung seit fast drei Jahren.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagt: Die Entscheidung war keine „Absicherung“, sondern Ergebnis einer echten Datenanalyse. Man habe jahrelang in Daten, Indikatoren und Prognosen investiert, um in unsicheren Zeiten überzeugte Entscheidungen treffen zu können.

Die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel erklärt im Interview mit der „Zeit“, warum weitere Erhöhungen möglich sind: Ziel sei es, die Inflation – also den Anstieg der Preise – wieder auf zwei Prozent zu drücken. Eine interne Analyse zeigt: Ohne weitere Zinsschritte würde die Inflation 2027 und 2028 über diesem Zielwert bleiben.