Die Chefin der Europäischen Zentralbank hat in Portugal erklärt, wie die Notenbank mit Krisen umgehen will.
Stell dir vor, deine Bank ändert ihren Plan, weil sich die Welt verändert hat. Genau das hat die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, am 29. Juni 2026 in der portugiesischen Stadt Sintra erklärt. Vor wichtigen Wirtschaftsleuten und Journalistinnen und Journalisten sagte sie: Die EZB kann in der Geldpolitik wieder „normaler“ arbeiten. Damit meint sie, dass die EZB nicht mehr mit riesigen Notfall-Programmen reagieren muss, sondern mit kleineren Zinsschritten auf Probleme reagieren kann.
Lagarde erklärte, dass Europa in den letzten Jahren viel dazugelernt hat. Die Bankenaufsicht wurde vereinheitlicht, ein Schutzschild für angeschlagene Länder wurde aufgebaut (ESM), und es gibt ein Werkzeug, das verhindert, dass Zinserhöhungen einzelne Länder zu hart treffen. Dazu kommt, dass Länder wie Portugal und Spanien heute mehr Strom aus Sonne und Wind bekommen, sodass steigende Gaspreise den Strompreis nicht mehr automatisch in die Höhe treiben. All das macht Europa nach ihrer Einschätzung stabiler gegen Schocks.
