Heute Nacht ist der Tankrabatt ausgelaufen und die Preise für Benzin und Diesel sind deutlich gestiegen – das Bundeskartellamt beobachtet die Lage genau.

Was ist passiert? Der Tankrabatt war eine zeitlich begrenzte Steuersenkung auf Sprit. Seit Anfang Mai kostete Benzin und Diesel etwa 17 Cent pro Liter weniger an der Steuer. Diese Vergünstigung ist jetzt um Mitternacht ausgelaufen. An vielen Tankstellen sind die Preise am Mittag deshalb plötzlich kräftig nach oben gegangen. Im Durchschnitt zahlten Autofahrerinnen und Autofahrer für Diesel etwa 24 Cent mehr pro Liter, für E10 rund 20 Cent. Das hat der ADAC gemessen. Damit ist Sprit jetzt wieder so teuer wie vor der Steuersenkung – oder sogar etwas teurer, weil die Mineralölkonzerne die Entlastung nach Ansicht von Experten nicht komplett weitergegeben hatten.

Wer hilft? Das Bundeskartellamt hat reagiert. Präsident Andreas Mundt hat die Mineralölbranche davor gewarnt, die Preise stärker zu erhöhen, als es die ausgelaufene Steuerentlastung rechtfertigt. Das Kartellamt hat Verfahren gegen die Eigentümer aller deutschen Raffinerien eröffnet und fordert von zwölf Unternehmen Auskunft über ihre Preisgestaltung. Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband beobachtet die Lage genau und fordert die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für private Haushalte zu senken. Politisch fordert die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, dass die Bundesregierung mit den Mineralölkonzernen spricht, damit die Preise nicht weiter steigen. Außerdem gibt es Preisvergleichs-Apps, die Andreas Mundt ausdrücklich empfiehlt: „Spritpreis-Apps zum Preisvergleich sind jetzt auch wieder eine gute Entscheidung.“