Wegen langer Trockenheit und großer Hitze im Frühling und Frühsommer bekommen die Bauern in Deutschland und Österreich in diesem Jahr deutlich weniger Getreide vom Feld als sonst.

Stell dir vor: Du bist Bauer oder Bäuerin und hast dein Getreide im Herbst ausgesät. Im Winter war es mal nass, mal trocken, dann gab es im Februar ein bisschen Regen, aber von März bis Juni war es vielerorts einfach zu trocken und zu heiß – genau in der Zeit, in der das Korn reifen muss. Die Folge: Die Halme bleiben kürzer, die Körner werden kleiner, und auf manchen Feldern vertrocknet die Pflanze sogar ganz. Bei Winterweizen zum Beispiel rechnen die österreichischen Experten mit bis zu 20 Prozent weniger Ernte pro Hektar, in Ost-Österreich oft noch deutlich darunter.

Das Problem ist nicht nur das Wetter, sondern auch der Preis. Seit die Ernte 2025 weltweit überdurchschnittlich ausgefallen ist, sind die Getreidepreise im Keller – also das, was Bauern für ihr Korn bekommen. Gleichzeitig bleiben die Kosten hoch: Dünger, Energie und Treibstoff kosten weiterhin viel. Bauernpräsident Joachim Rukwied brachte es schon im Juni auf den Punkt: „Die Preissituation im Ackerbau ist für alle Getreidearten miserabel, bis auf Raps.“ Der Deutsche Bauernverband erwartet in Deutschland trotzdem eine durchschnittliche Gesamternte – aber mit sehr großen regionalen Unterschieden.