Der Komiker Hape Kerkeling hat gesagt, im Internet tobt ein „Stellvertreterbürgerkrieg" – also ein Stellvertreter-Krieg, bei dem Menschen sich gegenseitig im Netz fertigmachen, ohne sich dabei wirklich gegenüberzustehen.

Was ist passiert? Hape Kerkeling ist 61 Jahre alt und vor allem durch seinen Comedy-Charakter Horst Schlämmer und das Buch „Ich bin dann mal weg" über eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg bekannt. Er ist in diesem Jahr Schirmherr (Pate) des Christopher Street Day (CSD) in Leipzig und in Golßen in Brandenburg. In einem Podcast hat er gesagt, im Internet werde gerade ein „Stellvertreterbürgerkrieg" ausgetragen. Damit meint er: Leute bekämpfen sich online mit hasserfüllten Kommentaren, aber auf der Straße passiere das zum Glück noch nicht. Er erzählte auch, dass er selbst im Netz schon „gelyncht" – also heftig beschimpft – worden sei, vor allem weil er sich gegen die politische Recke stellt. Kerkeling findet: Der CSD ist nicht nur eine Party, sondern ein „Kampf um Bürgerrechte". Bürgerrechte sind Rechte, die für alle Menschen in einem Land gelten, zum Beispiel das Recht auf freie Meinungsäußerung oder das Recht, so zu leben, wie man möchte. Er fordert, dass die Rechte von queeren Menschen – also von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans und intergeschlechtlichen Personen – fester im Grundgesetz, also in der deutschen Verfassung, verankert werden.