Ein Satz von Björn Höcke über Ost- und Westdeutsche hat eine große Debatte ausgelöst – sogar in seiner eigenen Partei.

Was ist passiert? Björn Höcke ist der Chef der AfD in Thüringen. In einem Interview mit einer Schweizer Zeitschrift hat er gesagt, im Westen von Deutschland lebten „deutsch sprechende Amerikaner" und im Osten lebten „deutsch sprechende Deutsche". Damit meint er: Die Leute im Osten seien „echte" Deutsche, die im Westen hätten ihre Kultur verloren. Viele finden: Das spaltet Menschen in „richtig" und „falsch". Der Satz, den er benutzt hat, kommt vermutlich ursprünglich von einer Chefin eines russischen Fernsehsenders und wurde 2023 das erste Mal benutzt. Danach wurde er über das Internet weiterverbreitet, auch über Telegram und von einem bekannten Blogger, der Russland-freundlich schreibt.

Wer hilft, die Debatte einzuordnen? Aus Höckes eigener Partei haben sich mehrere Politiker gegen ihn gestellt. Rüdiger Lucassen war mal ein wichtiger Soldat bei der Bundeswehr. Er sagt: Was Höcke da sage, sei „falsch und dumm" und klinge wie Sprache aus der alten DDR-Zeit. Auch Wolfgang Kubicki, der Chef der FDP, hat auf der Internet-Plattform X geschrieben, Höcke denke wie jemand aus dem 20. Jahrhundert und es gebe keine „Deutschen erster und zweiter Klasse". Von der CDU aus Thüringen kam ebenfalls Kritik. Ein Generalsekretär der CDU sagte, Höcke teile Menschen mit einem „Maßband" in deutsch und nicht-deutsch ein – und das passe nicht zu dem, wofür 1989 in Thüringen demonstriert worden sei: ein gemeinsames Deutschland.