An einem Gymnasium in Mecklenburg-Vorpommern sind 17 von 52 Schülerinnen und Schülern beim Abitur durchgefallen – und der Landtag will jetzt herausfinden, woran es gelegen hat.
Am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow hat ein Drittel des Jahrgangs das Abitur nicht bestanden. Im Fach Mathe haben zehn der Durchgefallenen sogar null Punkte geschrieben. Normalerweise fallen in Mecklenburg-Vorpommern nur rund 8 Prozent durch, in Hagenow waren es 34 Prozent. Eine Schülerin hatte bei der Zeugnisausgabe eine Rede gehalten, in der sie von häufig wechselnden Lehrkräften, alten Materialien und zu wenig Vorbereitung erzählte. Das Video ging viral und löste die Diskussion aus.
Nach der Rede hat der Landtag reagiert: Auf Antrag der Linken-Fraktion trafen sich Abgeordnete, das Schulamt, Eltern und Schülervertreter zu einer Sondersitzung. Bildungsministerin Simone Oldenburg hat interne und externe Untersuchungen angekündigt, die bis Ende August laufen. Das Staatliche Schulamt Schwerin prüft ebenfalls. Diana Zander vom Landeselternrat sagt, es habe eigentlich ein Frühwarnsystem gegeben, das Schülerinnen und Schüler vor dem Abitur auffangen soll – "Warum dieses im Fall Hagenow offenbar nicht funktioniert habe, müsse nun aufgeklärt werden." Eltern- und Lehrerverbände wie die GEW fordern eine transparente Aufklärung.
