Der Deutsche Lehrerverband warnt: Immer mehr Schülerinnen und Schüler bekommen die Bestnote 1,0 – und genau das soll zum Problem werden.

Was ist passiert? Heinz-Peter Meidinger, der Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbandes, hat kurz vor dem Schulende des Jahrgangs 2026 gesagt: Es gibt inzwischen so viele Einser-Abiture, dass man die wirklich guten Schülerinnen und Schüler kaum noch erkennen kann. Er nennt das die „Bestnotenflut“. Schon 2014 hatte er vor einer „Bestnoten-Inflation“ gewarnt – also dass Noten immer besser werden, ohne dass die Leistung wirklich steigt. Der Grund sieht er in einem Wettlauf zwischen den Bundesländern: Jedes Land will, dass seine Schüler gut dastehen, und vergibt dafür zum Teil mildere Noten.

Wer hilft? Der Lehrerverband versucht, darauf aufmerksam zu machen, und schlägt eine Lösung vor: ein einheitliches Abitur für ganz Deutschland, mit den gleichen Aufgaben und den gleichen Bewertungsregeln. Dann wären die Noten aus Bayern, Hamburg oder Sachsen endlich wirklich vergleichbar. Außerdem betont Meidinger, dass sich Schülerinnen und Schüler heute in manchen Bereichen, zum Beispiel im Englischen, wirklich verbessert haben – die Inflation ist also nicht nur ein Märchen. Es geht ihm vor allem darum, dass Spitzenleistungen wieder sichtbar werden.