In Tivat treffen sich am 5. Juni die Staatschefs der EU und sechs Länder des Westbalkans – und Deutschland schlägt einen Schnellweg in die EU vor.

Stell dir vor, ein Land will in die EU – muss aber jahrelang warten. Genau das passiert seit 2003 mit sechs Ländern am Balkan: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Sie haben offiziell die Aussicht auf einen Beitritt, aber der Weg dahin ist lang. Jetzt gibt es ein großes Treffen in der kleinen Küstenstadt Tivat in Montenegro, und Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine Idee: Die Länder sollen schon vorher stärker mitmischen dürfen, zum Beispiel als Beobachter im EU-Parlament oder mit mehr Zugang zum EU-Binnenmarkt. Er nennt das eine „neue Dynamik im Beitrittsprozess“.

Es geht aber nicht nur um Wirtschaft. Auf dem Gipfel wird auch über Sicherheit gesprochen. Russland versucht laut mehreren Hauptstädten, Einfluss in der Region zu nehmen. Besonders Serbien und Bosnien gelten als Einfallstore, weil sie nicht in der NATO sind. Die EU will die Streitkräfte der Westbalkanländer mit Geld aus der Europäischen Friedensfazilität unterstützen. Außerdem wollen die Staaten besser zusammenarbeiten, wenn es um Fake News oder Cyberangriffe geht – das nennt man hybride Bedrohungen.