Deutschland hat die Wahl um einen wichtigen Posten bei den Vereinten Nationen verloren. Das hat Folgen für die Außenpolitik.
Was ist passiert? Bei den Vereinten Nationen in New York wurde gewählt, wer für zwei Jahre im UN-Sicherheitsrat sitzen darf. Der Sicherheitsrat ist das mächtigste Gremium der UN und entscheidet über Frieden und Sicherheit weltweit. Deutschland wollte einen der Sitze bekommen – und ist gegen Österreich und Portugal schon im ersten Wahlgang gescheitert. Das ist das erste Mal seit 1987, dass Deutschland nicht gewählt wurde. Der UN-Sicherheitsrat hat fünf ständige Mitglieder mit Vetorecht: die USA, China, Russland, Großbritannien und Frankreich. Zehn weitere Mitglieder werden für zwei Jahre von allen 193 UN-Staaten gewählt. Die Abstimmung ist geheim.
Außenminister Johann Wadephul hat die Kampagne geleitet. Er sagte, er habe sogar überlegt, zurückzutreten, wenn Deutschland verliert – hat sich aber dagegen entschieden. Er kündigte an, genau zu untersuchen, warum es nicht geklappt hat. Es gibt mehrere Gründe, die genannt werden: Russland soll gezielt gegen Deutschland gearbeitet haben, weil Deutschland die Ukraine unterstützt. Außerdem unterstützt Israel Deutschland sehr stark, auch wenn Israel im Gazakrieg von der UN-Generalversammlung kritisiert wird. Viele Länder finden das übertrieben. Hinzu kommt: Deutschland hat den Angriff der USA und Israels auf Iran nicht als Völkerrechtsbruch bezeichnet, anders als andere europäische Länder.
