Seit einer Nacht im Juli 2026 kannst du an der Grenze zwischen Spanien und Gibraltar einfach durchlaufen – ohne Pass und ohne Warten.
Stell dir vor, du brauchst jeden Morgen drei Stunden, nur um über eine Grenze zur Arbeit zu kommen. Genau das erleben Tausende Menschen, die zwischen dem spanischen Städtchen La Línea de la Concepción und dem britischen Gebiet Gibraltar leben. Seit der Nacht auf Mittwoch, den 15. Juli 2026, ist damit Schluss. In dieser Nacht sind die Schengen-Regeln in Kraft getreten. Das bedeutet: Du brauchst keinen Pass, um rüberzugehen. Kurz nach Mitternacht sind die ersten Leute einfach durchgelaufen – viele haben das mit dem Handy gefilmt.
Hinter dem Ganzen steckt ein jahrhundertealter Streit. Großbritannien hat Gibraltar im Jahr 1704 eingenommen und 1713 im Vertrag von Utrecht zugesprochen bekommen. Spanien hat das Gebiet aber nie wirklich akzeptiert und es bis heute als "Kolonie" bezeichnet. Über 300 Jahre lang standen sich die beiden Länder an dieser kleinen Grenze gegenüber. Unter dem Diktator Franco war die Grenze sogar ganz zu. Erst seit 1982 durften Fußgänger wieder rüber, ab 1985 auch Autos – aber mit stundenlangen Kontrollen.
