Vor 100 Jahren starb eine Frau, die als Archäologin, Spionin und Beraterin den Nahen Osten mitgeprägt hat – und trotzdem lange vergessen war.

Gertrude Bell wurde 1868 in England geboren. Sie war reich, klug und wollte mehr als das langweilige Leben, das Frauen damals erwartete. Also reiste sie in den Nahen Osten, lernte Arabisch und Persisch und wurde Archäologin. Für eine Frau damals eine echte Sensation.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde sie vom britischen Geheimdienst angeworben. Ab 1917 arbeitete sie in Bagdad. Nach dem Krieg half sie mit, den neuen Staat Irak zu zeichnen – mit Grenzen, die bis heute Probleme verursachen. Sie sorgte auch dafür, dass Faisal der erste König des Irak wurde.

1925 gründete sie das Irakische Nationalmuseum. Nur ein Jahr später starb sie im Alter von 57 Jahren an einer Überdosis Schlaftabletten. Heute kennen die meisten Menschen T. E. Lawrence, den "Lawrence von Arabien". Gertrude Bell war genauso wichtig – nur hat lange niemand über sie erzählt.