Der Nationalrat hat eine Reform beschlossen, durch die einige Bezirksgerichte in Kärnten zusammengelegt und zweisprachige Kompetenzzentren eingerichtet werden.

Du hast vielleicht schon einmal gehört, dass es in Österreich neben Deutsch noch andere Sprachen gibt. Dazu gehören Slowenisch, Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch, Kroatisch und Romanes, die Sprache der Roma. Diese Sprachen gehören zu den sechs anerkannten Volksgruppen in Österreich. Am Dienstag hat der Nationalrat, also das österreichische Parlament, eine Reform beschlossen, die diese Sprachen in der Justiz stärker sichtbar machen soll.

Konkret bedeutet das: Einige Bezirksgerichte in Kärnten, etwa Bad Eisenkappel und Völkermarkt, werden zusammengelegt. An den neuen Standorten entstehen zweisprachige Kompetenzzentren. Dort sollen Richterinnen, Richter und Mitarbeitende arbeiten, die sowohl Deutsch als auch Slowenisch sprechen. So können Verfahren in beiden Sprachen geführt werden, wenn jemand das möchte.

Justizministerin Anna Sporrer hat außerdem erklärt, dass es auch weiterhin Verhandlungstage an den alten Standorten geben wird. Das Bezirksgericht Hermagor bleibt demnach bestehen. Politikerinnen und Politiker von ÖVP, SPÖ, NEOS und Grünen haben die Reform überwiegend positiv bewertet. Die FPÖ hat sie abgelehnt.

Für dich ist das Thema spannend, weil es zeigt, wie ein modernes Parlament mit der Vielfalt in Österreich umgeht. Sprache und Kultur sind keine Selbstverständlichkeit – sie müssen aktiv geschützt werden. Vielleicht begegnet dir Slowenisch ja einmal in der Schule, im Urlaub in Kärnten oder bei einer Freundin oder einem Freund aus der Volksgruppe.