Ein Weinhändler von Sylt wurde zu mehr als vier Jahren Haft verurteilt, weil er Kunden um ihr Geld gebracht haben soll.

Stell dir vor, du kaufst teuren Champagner und lässt ihn dir später liefern – mit dem Versprechen, dass du dein Geld plus einen Gewinn zurückbekommst, wenn du die Ware nicht willst. Genau das bot ein Weinhändler aus Westerland auf Sylt seit 2012 an. Er verkaufte Wein, Cognac und Champagner, und Kunden konnten innerhalb einer kurzen Frist vom Kauf zurücktreten und sollten ihr Geld plus Rendite zurückbekommen. Das Problem: Sein Unternehmen war schon im November 2018 pleite, er sagte aber weiterhin Neukunden, dass alles in Ordnung sei. Dadurch verloren viele Anleger zehntausende Euro, manche bekamen gar nichts zurück. Insgesamt entstand ein Schaden von mehr als zwei Millionen Euro.

Das Landgericht Kiel hat den Mann jetzt wegen Betrugs in 124 Fällen und wegen Insolvenzverschleppung verurteilt. Das bedeutet: Er hat seine Zahlungsprobleme viel zu lange verschwiegen und gleichzeitig neue Kunden um ihr Geld gebracht. Er muss für vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Sein Anwalt hat Revision eingelegt, also wird das Urteil noch von einem höheren Gericht überprüft.