Seit dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember 2024 läuft ein großer Strafprozess, in dem jetzt die Schlussvorträge begonnen haben.
Was ist passiert? Am 20. Dezember 2024 fuhr ein Mann mit einem Auto in den Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Dabei starben sechs Menschen und über 300 wurden verletzt, manche schwer. Der Prozess gegen den 51-jährigen Angeklagten Taleb A. läuft seit November 2025 vor dem Landgericht Magdeburg. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechs Morde und 338 versuchte Morde vor und hat in ihrem Plädoyer eine lebenslange Haft und Sicherungsverwahrung gefordert. Über 35 Verhandlungstage wurden mehr als 100 Zeugen gehört und über 200 Nebenkläger haben sich angeschlossen.
Wer hilft? Vor Gericht sagten unter anderem ein 24-jähriger Rettungsdienst-Auszubildender, eine 63-jährige Frau, die heute auf einen Rollator angewiesen ist, und eine Kinderpsychiaterin aus, die fünf betroffene Kinder mit schweren PTBS-Symptomen untersucht hat. Viele Betroffene leiden weiter unter Angst, Schlafstörungen und Flashbacks. Opferschutzorganisationen wie der Weiße Ring, Hilfsangebote des Bistums Magdeburg und Trauma-Therapeuten unterstützen die Familien. Auch die unabhängige psychiatrische Begutachtung im Prozess soll sicherstellen, dass die Folgen für die Opfer anerkannt werden.
