Ein Gericht in Hessen hat den Bau eines großen Rewe-Lagers neben der Autobahn A45 vorerst verboten – weil wichtige Umwelt-Regeln nicht beachtet wurden.

Stell dir vor, ein Stück Ackerland soll platzmachen für eine riesige Lagerhalle. Genau das war in Wölfersheim in Hessen geplant: Auf 30 Hektar – das sind ungefähr 40 Fußballfelder – sollte ein Logistikzentrum für die Supermarktkette Rewe entstehen, direkt an der Autobahn A45. Schon seit sechs Jahren steht dort aber eine Baustelle, auf der sich nichts tut. Jetzt hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel gesagt: So nicht. Eine Abweichung vom Regionalplan, also von dem Plan, der genau festlegt, wie Flächen genutzt werden dürfen, ist hier rechtswidrig.

Geklagt hatte der BUND Hessen, der Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz. Sie fanden, dass die Umwelt-Auswirkungen des Projekts nicht gründlich genug geprüft wurden. Das Gericht gab ihnen recht: Ohne ein ordentliches Planänderungsverfahren darf man Ackerland nicht einfach in Gewerbefläche umwandeln. Der BUND-Landeschef Jörg Nitsch sagte, der Schutz von Natur und Landschaft sei „keine Belanglosigkeit".