Wegen einer extremen Hitzewelle sinkt der Wasserstand des größten Sees Italiens jeden Tag – die Region Venetien hat deshalb den Notstand ausgerufen.
Was ist los? Der Gardasee in Norditalien verliert gerade täglich rund 7,4 Milliarden Liter Wasser, vor allem durch Verdunstung. Am 1. Juli lag der Pegel am Messpunkt in Peschiera del Garda nur noch bei 94 Zentimetern – so wenig wie in diesem Jahr noch nicht. Innerhalb einer Woche ist der See etwa zehn Zentimeter gesunken, an manchen Tagen sogar um 1,5 Zentimeter. Normal wären zu dieser Jahreszeit deutlich höhere Werte. Auch Italiens größter Fluss, der Po, führt 23 Prozent weniger Wasser als üblich. Zwischen Jänner und Mai hat es in Venetien mehr als ein Viertel weniger geregnet als im Vorjahr.
Wer hilft? Die Region Venetien hat den Notstand ausgerufen. Das bedeutet, dass schneller Geld und Hilfen freigegeben werden können. Regionspräsident Alberto Stefani hat die Städte und Gemeinden am See aufgefordert, Wasser viel sparsamer zu nutzen. Außerdem prüft die Wasserbehörde Aipo, ob sie weniger Wasser aus dem See in den Fluss Mincio ablassen kann, damit mehr im See bleibt. Die Comunità del Garda, eine Organisation, die sich um den See kümmert, beobachtet die Lage genau und informiert die Öffentlichkeit.
