Vor fünf Jahren hat eine schwere Flut viele Orte in Deutschland zerstört. Bis heute ist nur ein Teil des Geldes bei den Betroffenen angekommen, das beim Wiederaufbau helfen soll.

Im Juli 2021 sind Flüsse und Bäche über die Ufer getreten, vor allem im Ahrtal in Rheinland-Pfalz und in Teilen von Nordrhein-Westfalen. Mehr als 180 Menschen sind gestorben, viele Familien haben ihr Zuhause verloren. Der Bund hat danach ein Sondervermögen von bis zu 30 Milliarden Euro aufgesetzt, um den Wiederaufbau zu bezahlen – also darum, Straßen, Brücken, Schulen und Häuser wieder aufzubauen. Bis jetzt sind nach Angaben des Bundesfinanzministeriums aber erst rund 6,2 Milliarden Euro ausgezahlt. Das ist ungefähr ein Fünftel des Geldes.

Die Frist, einen ersten Antrag auf Wiederaufbauhilfe zu stellen, war Ende Juni 2026. Bewilligt werden kann Geld weiterhin bis Ende 2030, ausgezahlt wird auch danach noch. Im besonders schwer getroffenen Ahrtal sind nach Angaben des Landes Rheinland-Pfalz rund 96 Prozent der fast 20.800 vollständigen Anträge bewilligt – aber fertig aufgebaut ist dort vieles bis heute nicht. Die Versicherungsbranche weist darauf hin, dass Naturkatastrophen in Deutschland im Schnitt rund zwei Milliarden Euro pro Jahr kosten, und fordert mehr Vorsorge, etwa besseren Schutz vor Hochwasser.