Eine 24-jährige Krankenpflegerin aus Kärnten wurde am Mittwoch in Klagenfurt vom Vorwurf freigesprochen, eine ältere Patientin durch eine Medikamentenüberdosis getötet zu haben.
Was ist passiert? Die junge Frau musste sich vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten, weil sie laut Staatsanwaltschaft für den Tod einer 85-jährigen Patientin verantwortlich sein sollte. Die Frau war im November 2025 gestorben, nachdem sie offenbar zu viel von einem Medikament bekommen hatte. Die Richterin Sabine Götz sprach sie jedoch frei, weil sich die Beweise – Zeugenaussagen, Listen der Pflegebesuche und Fotos der Medikamentenboxen – gegenseitig widersprachen. Die Verteidigerin sagte dazu: „Wir wissen nicht, wer wann was dispensiert hat.“
Wer hilft? Nach dem Urteil beschäftigen sich mehrere Stellen mit dem Fall: Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie Berufung einlegt, und in der Kärntner Pflegebranche wird diskutiert, wie man die Dokumentation der Medikamentenausgabe verbessern kann. Auch Pflegeverbände fordern, dass digital festgehalten wird, welche Pflegekraft welcher Patientin wann welche Tablette gibt, damit es klare Beweise gibt, falls etwas schiefgeht. Der Dienstgeber der Krankenpflegerin hat angekündigt, die eigenen Abläufe noch einmal zu überprüfen.
