Frankreichs Parlament hat ein Gesetz beschlossen, das schwer kranken Erwachsenen unter sehr strengen Bedingungen erlaubt, beim Sterben Hilfe zu bekommen.
Was ist passiert? In Paris hat die Nationalversammlung, das ist das Unterhaus des französischen Parlaments, mit klarer Mehrheit für ein neues Gesetz gestimmt. Es erlaubt volljährigen Französinnen und Franzosen, die unheilbar krank sind und sehr stark leiden, einen sogenannten assistierten Suizid. Das bedeutet: Eine Ärztin oder ein Arzt stellt ein tödliches Mittel bereit, das die Patientin oder der Patient selbst einnimmt. Nur wenn jemand körperlich nicht in der Lage ist, selbst zu schlucken, darf medizinisches Personal das Mittel verabreichen. Bevor es so weit ist, muss aber noch der Verfassungsrat zustimmen, also das oberste Gericht Frankreichs.
Wer hilft? Rund um das Gesetz wurde auch die Palliativmedizin ausgebaut. Das ist eine besondere Versorgung, die Schmerzen lindert und Schwerkranke bis zum Ende begleitet. Patientinnen und Patienten sollen immer zuerst über diese Möglichkeiten informiert werden und sie auf Wunsch bekommen. Wer aus ethischen oder religiösen Gründen keine Sterbehilfe leisten möchte, darf sich weigern und muss den Patienten an Kolleginnen oder Kollegen weiterverweisen.
Was kannst du tun? Das Thema geht jeden etwas an, weil es am Ende um die Frage geht, wie eine Gesellschaft mit dem Sterben umgeht. Sprich mit deiner Familie oder mit Vertrauenspersonen darüber, wie ihr über das Lebensende denkt. Wenn dich das Thema belastet, kannst du dich an Beratungsstellen wie die Telefonseelsorge (Telefon 0800 111 0 111) wenden – dort hört man dir zu, ohne zu urteilen.
