Forschende mit Beteiligung des Paul Scherrer Instituts haben erstmals die dreidimensionale Form von Proteinen sichtbar gemacht, die uns das Farbensehen ermöglichen.

In deiner Netzhaut sitzen rund sechs bis sieben Millionen sogenannte Zapfen. Es gibt drei Sorten davon: eine für Blau, eine für Grün und eine für Rot. Sie fangen Licht ein und schicken Signale an dein Gehirn. Aus dem Zusammenspiel dieser drei Typen entstehen Tausende von Farbtönen, die du sehen kannst.

Damit ein Zapfen reagiert, braucht es ein spezielles Molekül aus Vitamin A. Trifft Licht darauf, verändert das Molekül seine Form und löst ein elektrisches Signal aus. Das passiert innerhalb von Millisekunden – deshalb kannst du Bewegungen und Farben so schnell wahrnehmen.

Jetzt haben Forschende erstmals die genaue 3D-Form dieser Eiweiße im Ruhezustand entschlüsselt. Dabei zeigte sich: Die drei Zapfentypen halten das Vitamin-A-Molekül unterschiedlich fest. Der blaue Zapfen umschliesst es eng, der grüne lässt ihm mehr Platz. Dadurch reagieren sie auf unterschiedliche Lichtfarben und -stärken.