Astronomen haben mit einem riesigen Teleskop in Chile einen möglichen Mond entdeckt, der um einen Braunen Zwerg kreist – einen Himmelskörper, der weder ganz Stern noch ganz Planet ist.

Stell dir vor, du entdeckst etwas im All, das in keine Schublade passt. Genau das ist Kevin Hoy und seinem Team passiert. Sie haben mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile ein Objekt beobachtet, das einen sogenannten Braunen Zwerg umkreist – eine Art Stern, der es nie richtig „geschafft" hat. Es ist mindestens so schwer wie Jupiter und braucht etwa 170 Tage für eine Runde. Weil nicht klar ist, ob man es Mond oder Planet nennen soll, sprechen die Forscher vorsichtig von einem „Exosatelliten".

Braune Zwerge sind größer als Planeten, aber kleiner als richtige Sterne. Sie verbrennen am Anfang nur Deuterium, eine schwere Form von Wasserstoff. Wenn dieser Vorrat aufgebraucht ist, geht die Kernfusion aus und der Zwerg kühlt langsam ab. Im Sonnensystem kennen wir das gut: Sechs der acht Planeten haben Monde, die Erde einen, Saturn fast 300. Außerhalb unseres Sonnensystems wurden Monde bisher aber kaum gefunden. Genau hier könnte CD-35 2722 helfen: Mit besseren Teleskopen, so die Forscher, wird man bald mehr solcher Systeme sehen – und braucht dann klare Begriffe.

Die Forscher schlagen deshalb vor, ähnlich wie früher beim Pluto eine neue Kategorie einzuführen, diesmal für Begleiter von Braunen Zwergen. Das Ziel ist, dass wir die Sprache der Astronomie sauber halten, wenn immer mehr solcher Grenzfälle dazukommen.