Nach rund 400 Tagen Flug im All ist die chinesische Sonde Tianwen-2 bei dem kleinen Asteroiden Kamo'oalewa angekommen und hat mit der Erkundung begonnen.

Stell dir vor, du schickst eine Sonde ins All, die ein Jahr lang unterwegs ist – und dann endlich ihr Ziel erreicht. Genau das ist jetzt passiert: Die chinesische Raumsonde Tianwen-2 hat den Asteroiden Kamo'oalewa erreicht, der die Erde in einigem Abstand umkreist. Der Asteroid ist etwa 40 Millionen Kilometer von uns entfernt, also ungefähr hundertmal so weit weg wie der Mond. Die Sonde flog insgesamt rund eine Milliarde Kilometer, bis sie nah genug war, um den Asteroiden genau zu untersuchen.

Kamo'oalewa ist ein Quasi-Mond der Erde – ein kleines Stück Gestein, das die Erde auf einer besonderen Bahn begleitet, ohne sie dabei zu umrunden wie der Mond. Er ist nur etwa 20 bis 30 Meter groß, kleiner als ein Fußballfeld. Spannend ist: Forschende glauben, dass er aus Material besteht, das bei einem großen Einschlag auf der Mondoberfläche ins All geschleudert wurde. Wenn das stimmt, könnten Proben von ihm uns viel darüber verraten, wie das Sonnensystem vor Milliarden Jahren ausgesehen hat. Die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA nennt ihn deshalb ein "lebendes Fossil" für die Erforschung der frühen Geschichte des Sonnensystems.