In Guatemala haben Fachleute den Namen eines Maya-Astronomen entschlüsselt, der vor rund 1500 Jahren an Wänden rechnete und Sterne beobachtete.
Stell dir vor, jemand schreibt vor 1500 Jahren mathematische Formeln und Sternbeobachtungen an eine Hauswand – und niemand kann sie lesen. Genau das ist an der Maya-Stätte Xultún im Norden Guatemalas passiert. Ein Forschungsteam hat jetzt mehr als 50 kurze Texte an den Wänden entschlüsselt. Das sind die Mikrotexte, also viele kleine Schriftstücke, die zusammen ein großes Bild ergeben.
Heraus kam: Der Verfasser hieß Sak Tahn Waax. Der Name bedeutet so viel wie „Fuchs mit weißer Brust". Er war Mathematiker und Astronom, also jemand, der den Himmel beobachtete und daraus Berechnungen machte. Das Besondere: Er ist der erste Astronom aus der Blütezeit der Maya, dessen Name wirklich an einer Wand steht.
Kulturminister Luis Méndez hat das in Guatemala-Stadt vorgestellt. Er sagte, Kunst, Wissenschaft, Mathematik und Alltag der Maya seien an diesen Wänden miteinander verflochten. Deshalb sehen die Inschriften auch so bunt aus: Zahlenreihen neben Sternsymbolen, gemalte Figuren neben Rechenaufgaben. Solche Funde zeigen, dass die Maya hochbegabte Beobachter des Himmels waren. Wer selbst den Nachthimmel entdecken will, kann mit einer App Sterne, Planeten und Sternbilder identifizieren – ein guter Start, um Astronomie wie Sak Tahn Waax zu erleben.
