In Rheinland-Pfalz wurden 2025 fast doppelt so viele Fälle von Beleidigung und Gewalt gegen Sinti und Roma gemeldet wie im Jahr davor.

Was ist passiert? Die Meldestelle Antiziganismus, kurz MIA, hat in einem Jahr 100 Vorfälle gezählt. Das sind 41 mehr als zuvor. Eine Schülerin wurde zum Beispiel immer wieder mit Sätzen wie „Hitler hätte dich vergasen sollen“ und „dreckige Zigeunerin“ beleidigt. Als ihre Familie Hilfe bei den Lehrkräften suchte, wurde ihr nur gesagt, sie solle die Sprüche ignorieren. Als das Mädchen sich irgendwann wehrte, machte die Schule sie zur Täterin. Solche Geschichten zeigen, dass Diskriminierung oft schon in der Schule beginnt – etwa ein Viertel der Betroffenen sind Minderjährige.

Wer hilft? Es gibt die Meldestelle MIA, bei der man sich telefonisch, online oder persönlich melden kann – anonym und vertraulich. Der Antiziganismus-Beauftragte von Rheinland-Pfalz, Michael Hartmann, setzt sich dafür ein, dass das Thema in die Lehrpläne kommt. Er sagt: „Es gibt zu viel Unwissen über die Minderheiten.“ Deshalb sollen sowohl die Verfolgung als auch die Kultur von Sinti und Roma im Unterricht eine größere Rolle spielen. Auch Lehrkräfte sollen besser geschult werden. In Deutschland gibt es schon sechs solcher Meldestellen, und es wird über weitere in anderen Bundesländern gesprochen.