Ermittler aus mehreren europäischen Ländern wollen, dass Marine-Soldaten im Atlantik stärker gegen Kokainschmuggler vorgehen – die Bundesregierung sagt bisher Nein.
In den Gewässern zwischen Afrika und Europa werden immer mehr Drogen mit schnellen Booten transportiert. Die Polizei schafft es laut den Ermittlern oft nicht, diese Boote zu stoppen. Deshalb fordern Fachleute, dass die Marine stärker eingreift – mit größeren Schiffen und mehr Ausrüstung.
Im letzten Jahr konnten Behörden etwa 92 Tonnen Kokain sicherstellen. Die Ermittler schätzen aber, dass rund 700 Tonnen gar nicht erst aufgegriffen wurden. Die Banden benutzen kleine, schnelle Boote, die oft schneller sind als Polizeiboote. Ein einziges solches Boot kann bis zu fünf Tonnen Kokain transportieren.
Mehrere europäische Länder suchen nach Lösungen. Frankreich hat ein eigenes Papier geschrieben, in dem militärisches Vorgehen gegen die Drogenboote verlangt wird. Die Niederlande sind offen für solche Einsätze. Das Zentrum MAOC-N in Lissabon, dem auch Deutschland angehört, hat einen Plan mit dem Titel „Call to Action" vorgelegt. Darin steht, dass die Marine Schiffe weit vor der Küste abfangen und notfalls auch Motoren ausschalten oder Schusswaffen einsetzen soll. Im Oktober 2025 hat die französische Marine so schon einen Fall erfolgreich beendet.
