Ein Gericht in Nordrhein-Westfalen hat entschieden, dass der Rapper 18 Karat, der in Deutschland eine Haftstrafe wegen Drogen verbüßt, in sein Heimatland Portugal abgeschoben werden darf.

Was ist passiert? 18 Karat – mit bürgerlichem Namen Ivo Vieira Silva – wurde vom Landgericht Dortmund zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er mit Drogen im Kilogrammbereich gehandelt haben soll. Er ist portugiesischer Staatsbürger und lebt seit seiner Kindheit in Deutschland. Die Stadt Dortmund wollte ihn deshalb in sein Heimatland Portugal zurückschicken. Dagegen hat er sich mit einem Eilantrag vor Gericht gewehrt. Am Dienstag hat das Oberverwaltungsgericht in Münster diesen Eilantrag endgültig abgelehnt. Der Beschluss ist unanfechtbar. Laut seiner Anwältin Lisa Grüter wurde er noch in derselben Nacht nach Portugal ausgeflogen.

Wer hilft ihm? Seine Anwältin Lisa Grüter hat ihn im Verfahren vertreten. Sie sagt: „Mein Mandant hat alles gemacht, um sich zu ändern.“ In der Haft hatte er eine Ausbildung zum Maler und Lackierer begonnen, die er in zwei Wochen abgeschlossen hätte. Er hatte außerdem Kontakt zu seiner Familie und einem kleinen Kind in Deutschland; seine deutsche Partnerin erwartet nach Angaben der Anwältin ein zweites Kind. Grüter kritisiert, dass die Gerichte seine Musik zu eng mit der Realität gleichsetzen: „Das Gericht trennt nicht zwischen künstlerischem Werk und Realität.“ Für sie ist die schnelle Abschiebung ein „rechtsstaatliches Armutzeugnis“. Die Staatsanwaltschaft hat zudem entschieden, den Rest seiner Strafe nicht weiter in Deutschland zu vollstrecken.