Die EU plant eine wichtige Änderung: Ukrainische Männer, die nicht ausreisen dürfen, sollen keinen automatischen Schutz mehr in Europa bekommen.
Seit 2022 dürfen Ukrainerinnen und Ukrainer ohne große Bürokratie in EU-Länder kommen und hier Schutz bekommen. Das galt bisher automatisch für fast alle, die vor dem Krieg flohen. Jetzt schlägt die EU-Kommission vor, dass Männer zwischen 23 und 60 Jahren, die ohne Erlaubnis aus der Ukraine ausreisen, diesen Schutz nicht mehr bekommen sollen. Wer schon hier ist und Schutz hat, soll seinen Status aber behalten, mindestens bis März 2028. Grund: Die Ukraine braucht ihre Männer für die Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg. Viele junge Männer versuchen deshalb, das Land zu verlassen, ohne eingezogen zu werden. Ein Bericht zeigte, dass es in der ukrainischen Armee auch Fälle von Misshandlung bei Rekrutierungen gibt. Ukrainische Menschenrechtler berichten immer wieder über Tote bei Zwangsrekrutierungen.
Es gibt aber auch Hilfe. Die EU-Kommission startet Ende des Jahres ein Pilotprojekt, mit dem Ukrainerinnen und Ukrainer freiwillig in ihre Heimat zurückkehren können, wenn die Lage es erlaubt. Sie bekommen dort Unterstützung beim Wiedereinstieg, zum Beispiel bei Wohnung oder Arbeit. Auch Hilfsorganisationen in Deutschland und Österreich beraten Geflüchtete und prüfen Einzelfälle, etwa wenn jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht dienen kann oder als Alleinerziehender eine Ausnahme hat. Die EU-Innenministerinnen und -Innenminister beraten Anfang Juli über den Vorschlag, danach entscheiden die EU-Länder gemeinsam.
