Silke Haim ist die erste Präsidentin der Ärztekammer Oberösterreich und will das Gesundheitssystem mit klaren Regeln für Patienten entlasten.
Stell dir vor, du gehst mit Bauchweh direkt in die Spitalsambulanz, obwohl es auch der Hausarzt hätte klären können. Genau das passiert in Österreich sehr oft, und die neue Präsidentin der Ärztekammer Oberösterreich, Silke Haim, will das ändern. Sie wurde am Donnerstag einstimmig gewählt und ist damit die erste Frau an der Spitze dieser wichtigen Standesvertretung der Ärztinnen und Ärzte. Haim arbeitet als Nuklearmedizinerin am Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz und hat schon vor über zehn Jahren in der Kammer mitgearbeitet – angefangen hat sie eher zufällig, weil sie mit der damaligen Vertretung unzufrieden war.
Ihr wichtigstes Thema heißt Patientenlenkung. Damit ist gemeint, dass Patientinnen und Patienten nicht einfach überall hingehen, sondern einen klaren Weg durch das System bekommen: erst die Gesundheitshotline 1450 anrufen, dann vielleicht zum Hausarzt oder zum hausärztlichen Notdienst und erst dann ins Spital. So eine „Navigation“, wie es Vizepräsident Sebastian Graf nennt, soll die Spitäler entlasten. Heute kommen laut Kammer nur zehn bis 15 Prozent der Leute in den Ambulanzen über 1450 oder den Notdienst – alle anderen gehen direkt hin. Das soll sich ändern.
